Am schönsten Ende der Welt
So, jetzt ist es schon sehr lange her, dass ich das letzte und erst Mal etwas geschrieben habe. Eigentlich habe ich mir überlegt das mit dem Blog sein zu lassen...es gibt immer was zu tun, aber jetzt dachte ich es ist doch mal ganz schön von mir hören zu lassen und euch auf dem laufenden zu halten, was hier in Finnland alles so passiert.
Jetzt habe ich schon einiges hinter mir, ich wusste gar nicht, dass man in einem Monat und ein paar Tagen so viel erleben kann! Ich merke, dass ich Fortschritte im Finnisch mache, ich einen Alltag bekomme und mich hier wirklich wohlfühle. Meine Gastfamilie, die Leute sind alle sehr nett und ich lerne noch immer jeden Tag neue nette Leute kennen. Ich habe es längst aufgegeben mir alle Namen zu merken, zum Glück kann ich mir wenigstens noch merken, mit wem ich schon einmal gesprochen habe!
Die meisten, die ich hier kennengelernt habe sind sehr offen und interessiert - von wegen Finnen sind ein verschlossenes und wortkarges Volk! Klar, wenn man sich nicht kennt, versucht man sich nicht unbedingt ohne Grund kennenzulernen, aber ist das in Deutschland oder anderswo anders? Und wenn sich Finnen kennen, dann wird gequatscht ohne Ende - gequatscht ohne Ende auch wenn man nicht so einfach sich treffen kann, viele Finnen die ich kenne haben ein Handy, das andauernd klingelt (Festnetz nutzen die meisten nicht).
Es gibt aber auch gute Gründe so viel zu telefonieren, wenn man nicht in der selben Stadt, bzw. im selben Ort lebt, ist es gar nicht so einfach sich mal ebenso zu besuchen, wenn man keinen eigenen Fahrbahren untersatz hat. Bis drei Uhr kommen bei mir die Busse alle zweiundhalb Stunden. Einen Bus zu verpassen ist da natürlich ganz schlecht - voralllem den um drei, da kommt der nächste wieder um sechs Uhr morgens. Wir in Remscheid sind da mit unseren Bussen, die bis Abends im Zwanzigminutentakt kommen echt verwöhnt! Aber auch daran gewöhne ich mich langsam und ich bin jetzt immer fünfzehn Mintuen früher an der Bushaltestelle, weil finnische Bus auch mal gerne früher kommen. Manchmal fühle ich mich dann doch wie am Ende der Welt, aber ich muss sagen, das Ende der Welt ist wunderschön!
Dienstag, 9. Oktober 2012
Freitag, 7. September 2012
Die ersten Tage im Umbekannten
So, jetzt bin ich schon eine ganze Woche in Finnland!
Nach fast einem Jahr intensiever Vorbereitung auf dieses Jahr und langem warten, war es plötzlich so weit:
Ich steckte mitten in den letzten Vorbereitungen für Finnland und die Zeit schien deutlich schneller zu vergehen. Was für mich anfangs unbegreiflich war, gewann immer mehr an Realität. Mit jeder Besorgung, die ich noch für Finnland machen musste, wurde ich immer aufgeregter. Bis zur letzten Minute fielen mitr immer neue Dinge ein, die ich noch zu erledigen habe, sodass ich erst mit dem nötigsten fertig war als mir nur noch weniger als fünf Stunden Schlaf blieben, bis der Wecker klingeln und mein Auslandsaufenthalt in Finnland deinen Anfang nehmen würde. Erst sass ich noch im Auto in Richtung Frankfurt und dann war ich schon im helsinkier Flughafen gelandet wurde freundlich von meiner Gastfamilie in Empfang genommen. Nach einem freudigen Hallo stellte sich Schritt für Schritt heraus, dass es noch keine Sprache gibt, mit der wir uns verständigen können. Schliesslich habe ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr als "Hei! Minä olen Ayla ja saksalainen. Mitä kuluu?" ("Hallo! Ich bin Ayla und aus Deutschland. Wie geht's?") auf Finnisch zustande gebracht und meine Gastfamilie spricht nur Finnisch. Ihr könnt gar nicht glauben, wie wichtig mir mein Wörterbuch in der letzten Wochen geworden ist! Ausserdem weiss ich jetzt, wozu man noch gut Hände und Füsse gebrauchen kann! Inzwischen habe ich einiges gelernt und kann jetzt mich, zwar nicht grammatikalisch korrekt, aber immerhin, ein wenig mehr auf Finnisch verständigen. Nächste Woche fängt dann mein Finnischkurs an und meine Gastmutter nimmt bald an einem Englischkurs teil. Das heisst, da bin ich mir ganz sicher, dass es bald kaum noch Verständigungsprobleme geben wird. Das wird sehr erleichternd sein und mir helfen mich schneller hier einzuleben. Anderseits können Verständnisprobleme manchmal ganz schön lustig sein. Als ich meiner Gastfamilie vorgeschlagen habe "Uno" zu spielen, waren meine Gasteltern sehr amüsiert. Jetzt weiss ich, dass das Wort "Uno" irgendein Schimpfwort sein muss...auch gut. :)
Hei! Ich bin Ayla, 15 Jahre alt, und mein nächstes Schuljahr wird alles andere als langweilig. Jetzt, da meine Mitschüler schon wieder im deutschen Schulalltag stecken, werde ich ein Auslandsjahr in Finnland verbringen.
„Finnland?“ bin ich oft gefragt worden, „wie kommst du denn auf die Idee, ein Auslandsjahr in Finnland zu verbringen?“ – Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, welche Länder ich für mein Auslandsjahr in Betracht ziehe, wäre meine Antwort wie die der Meisten ausgefallen: USA, Kanada oder Südamerika. Aber auf Finnland wäre ich nie gekommen!
Das erste Mal, dass ich Interesse an den nordischen Ländern bekam, war bei meinem Auswahlwochenende für das Auslandsjahr. Dort gab es viele Betreuer, die selbst ein Auslandsjahr in verschiedensten Ländern verbracht hatten.
Ich habe bemerkt, dass es noch viel mehr interessante Länder gibt als ich vorher dachte. Länder, die für mich gerade deshalb so interessant geworden sind, weil nicht jeder dort gewesen ist. Unter den Betreuern gab es auch einen Jungen, der in Lettland gewesen ist. Mit dem, was er über seine Erlebnisse berichtet hat, hat er mein Interesse für die Länder im hohen Norden geweckt. Nach langem Informieren über die einzelnen nordischen Länder war ich mir ganz sicher: Ich möchte nach Finnland gehen!
• Finnland, das Land, dessen Schulen ewiger PISA-Sieger sind – wie muss der Unterricht dort wohl sein?
• Das Land, dessen Bewohner selbst nicht genau sagen können, wie viele Fälle ihre Sprache hat – eine echte sprachliche Herausforderung!
• Ein Land mit sehr zurückhaltenden Menschen, die aber, wenn man sich mit ihnen anfreundet – so heißt es – Freunde fürs Leben bleiben.
• Wie müssen die Menschen dort wohl sein, wie unterscheiden sie sich von uns, wenn die Finnen mehr Saunen als Autos haben und 75 Prozenten der Abgeordneten im Parlament Frauen sind?
• Und wie lässt es sich dort wohl leben, wenn in Lappland pro Quadratkilometer gerade einmal knapp zwei Menschen leben und es im Winter wochenlang nicht mehr richtig hell wird?
Könnt ihr jetzt verstehen, warum das Land der tausend Seen für mich so interessant ist?
Für heute sage ich also „Suomi olen!“ („Finnland, ich bin!“) und kann euch bald mehr über dieses unbekannte und interessante Land berichten. Bis dahin!
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